LSV spricht sich gegen Nachhilfeunterricht ausWir wollen keine Bildung für den Markt sondern für die Menschen
Eine Studie des rbb verdeutlicht einen offensichtlichen Anstieg der Inanspruchnahme von Nachhilfeunterricht mit Ausgabe der Halbjahreszeugnisse. Wir, die LandesSchüler*innenVertretung Berlin, betrachten es kritisch, dass Schüler_innen nach den Unterrichtszeiten, ihr eigenes bzw. das Geld des Familienhaus- haltes dafür aufbringen müssen, um Bildung zu erhalten, deren Vermittlung Aufgabe der Schule ist! Ist die Schulpflicht noch zeitgemäß, wenn die selbstgestellten Aufgaben ganz offen- sichtlich nicht erfüllt werden, nämlich das Ermöglichen der umfassenden Bildung? Die weit verbreitete Nutzung kommerzieller Nachhilfe, sehen wir als Resultat eines schlechten Bildungssystems an. Leistungsdruck bzw. der Zwang diesen anzunehmen, wenn man nicht zurückbleiben will ist der Fehler dieses Systems. Zeit für Fragen oder eigene Bedürfnisse bleibt den Lernenden selten – ein numerisches Bewertungssystem, überforderte Lehrkräfte und politische Beschlüsse wie G8, Schulschließungen und Klassenzusammmenlegungen steigern den Leistungsdruck. Uns ist klar, dass auch viele Eltern Druck auf ihre Kinder ausüben. Das kritisieren wir auch sehr stark. Schüler_innen, die kein Geld haben, um das Bildungsdefizit zu kompensieren, behelfen sich meist mittels sozialen Netzwerken und teilweise selbstorganisierten Do-It-Yourself- Projekten. Solche Eigeninitiativen begrüßen wir – jedoch können diese nur verhindern, dass sich private Anbieter bereichern. Wir dulden keinen „Bildungsmarkt“, auf dem Unternehmen wie „Schülerhilfe“ und Co. sich an Hilfesuchenden bereichern! Als LandesSchüler*innenVertretung Berlin fordern wir eine grundlegende Veränderung des Bildungssystems, ohne Leistungszwang und Ausgrenzung der Schüler_innen, die im straffen Lehrplan nicht mitkommen. Wir wollen keine Bildung für den Markt sondern für die Menschen. „Wir solidarisieren uns mit den Schülerinnen und Schülern, “ sagt Nino Haase von der LSV Berlin, „und werden unsere Anstrengungen fortsetzen, um freie Bildung für Alle zu ermöglichen!“ Jugendliche müssen frei von wirtschaftlichen Zwängen die Möglichkeit haben ihre Bildung selbst zu bestimmen. Die Politiker_innen sollten endlich erkennen, dass Schüler_innen, die ja immer als „Zukunft unseres Landes“ erklärt werden, keine Äpfel und Birnen sind, die man in eine Norm zwängen kann. Dass dieses Schulsystem diese Möglichkeiten nicht geben kann, wird immer deutlicher. |