Reformpädagogik

Sudbury-Pädagogik

Die Sudbury-Pädagogik geht auf eine Gruppe von Eltern und Pädagogen zurück, die im Jahre 1968 die Sudbury Valley School nahe der Stadt Framingham im US-Bundesstaat Massachusetts gründeten. Die Sudbury-Gründer waren zwar überzeugt vom Konzept der Summerhill-Schule, dieses ging ihnen im Grad der demokratischen Selbstbestimmung jedoch nicht weit genug.

Die Sudbury Valley School ist keine Internatsschule, was den Umfang der zu lösenden Probleme deutlich reduziert. Man stellt den Schülern die Teilnahme am regulären Unterricht frei, die aktuelle Abiturquote (A-Level) liegt nach Angaben der Schule bei 98 %. In Sudbury Valley hat sich indessen im Laufe der Jahre eine Lernkultur entwickelt, die ohne regulären Unterricht auskommt.18 Lehrer erteilen Kurse nur auf Anforderung der Schüler. Ein normierter Abschluss wird nicht angeboten, die Gesetzgebung schreibt lediglich geringe Mindestanforderungen in Englisch und Mathematik vor, die von Sudbury-Schülern in der Regel problemlos erfüllt werden.

Auf Schülerwunsch werden Vorbereitungskurse für externe Abschlussprüfungen erteilt. Die Abiturquote liegt derzeit bei 86 %. Die Grundsätze der heutigen Sudbury-Schulen können folgendermaßen zusammengefasst werden: Die Kinder und Jugendlichen entscheiden selbst, womit sie ihre Zeit verbringen. Dies setzt voraus, dass keiner von ihnen gezwungen wird, etwas Bestimmtes zu lernen oder zu tun. Lehrpläne existieren nicht, nur auf ausdrückliches Verlangen der Schüler wird Unterricht erteilt. Alle Beteiligten, einschließlich der Pädagogen und Mitarbeiter, sind gleichberechtigt. Sie haben die gleichen Rechte, aber unterschiedliche Rollen. Rechte werden in Regeln festgelegt, letztere werden wiederum auf wöchentlichen Schulversammlungen demokratisch diskutiert und per Mehrheitsentscheid beschlossen. Vom gewählten Justizkomitee werden Strafen bei Verstoß gegen die Regeln verhängt. Jeder hat die Möglichkeit, in die Berufung zu gehen. Wie in Summerhill werden auch in Sudbury Valley Strafen v.a. als symbolische Geste zur Versöhnung mit der Gemeinschaft verstanden.

Übereinstimmend mit anderen reformpädagogischen Modellen wird in Sudbury-Schulen sowohl auf Klassenstufen und damit Alterstrennung als auch auf Bewertungen verzichtet. Eine Besonderheit ist, dass auch schriftliche Beurteilungen, wie sie etwa in Waldorf- und Montessori-Einrichtungen üblich sind, nicht erteilt werden.

Das Modell der Sudbury-Valley-School wurde in den USA und Kanada von vielen  Schulgründungsinitiativen erfolgreich nachgeahmt. In den 90er Jahren erreichte die Sudbury-Gründungswelle Australien, Israel und schließlich Europa.

 


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