Archives

now browsing by author

 

Aufruf zum Schulstreik gegen die Öffnung der Schulen

Wir rufen auf am 14. Mai 2020 um 10 Uhr gemeinsam gegen die Schulöffnungen vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (am Alexanderplatz) auf die Straße zu gehen.

Die frühzeitige Öffnung der Schulen ist ein unverantwortlicher Akt, der die Gesundheit von unzähligen riskiert und eine zweite Welle der Pandemie provoziert. Auch wenn die Chancenungleichheit des E-Learnings in den Vordergrund gestellt wurde, machen der überhastete Beschluss und die Durchführung klar, dass durch diese Entscheidung ein rein wirtschaftliches Interesse erfüllt wird. Die Schüler_innen der Abschlussklassen sollen um jeden Preis ihre Prüfungen bewältigen um dem Arbeitsmarkt zu Verfügung zu stehen. Gleichzeitig können mehr Eltern protestlos die Arbeit wieder aufnehmen, desto mehr Schüler_innen in die Schule zurückgeschickt werden. Dabei werden die Warnungen seitens Virolog_innen in den Wind geschlagen und Sicherheitsmaßnahmen nicht zureichend umgesetzt.

Wir fordern zusammen mit „Gruppe Revolution“ und „Lessing wird politisch“:

  • die Rücknahme der überhasteten Schulwiedereröffnung. Die Gewerkschaft GEW, Vertreter_innen der Lehrer_innen, Schüler_innen, Eltern unter Beratung von Virolog_innen – nicht Schulbehörden, Staat oder sog. „Expert_innen“ müssen darüber entscheiden, wann die Schulen eröffnet werden oder nicht.
  • die Ausstattung aller Schüler_innen mit kostenlosen digitalen  Endgeräten um die individuelle Teilnahme an den E-Learningangeboten zu  gewährleisten, sowie kostenloser Internetzugang. 
  • die freiwillige Versetzung aller Schüler_innen in die nächsthöhere Klassenstufe. 
  • Absage aller Abschlussprüfungen an allen Schultypen und  Anerkennung des Abschlusses für alle Schulabgänger_innen (Abitur, andere  Abschlussprüfungen). Abschaffung des Numerus Clausus (NC) an den  Universitäten und freier Zugang zur Uni für alle Abgänger_innen. 
  • freiwillige Nachhilfe und Unterricht in Kleingruppen, für leistungsschwächere Schüler_innen, oder solche, die das Gefühl haben nicht gut mitzukommen.

Also kommt am Donnerstag,

den 14.05.2020 um 10 Uhr

zur Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Bernhard-Weiß-Straße 6 (am Alexanderplatz)

1.Mai 2020 Alexanderplatz

Die ganze Welt dreht sich nur noch um eine einzige Sache: Corona-Krise.

Ich spreche nicht nur über Medien und Gespräche mit Bekannten.

Nein, auch über Projekte oder kritische Proteste an denen mehr als 3 Personen teilnehmen.

Es geht immer darum, wie mensch das mit Corona vereinbaren kann.

Oder viel mehr, wie es mit den Grundrechtseinschränkungen vereinbart werden kann.

Aber ist es nicht eigentlich unsere Angst, die uns beherrscht?!

Die Angst vor den Prüfungen.

Die Angst, dass unsere Eltern arbeitslos werden könnten.

Die Angst, Freunde oder ich selbst könnten erkranken.

Und vorallem Angst vor den Politikerinnen und Politikern, die uns wochenlang erzählt haben, dass es ein „chinesisches Problem“ sei, dass Maskentragen nicht schützt und sowas…

Und die uns jetzt auch wieder alles mögliche erzählen – und wir sollen ihnen wieder blindlings glauben?

Und so wird wieder einmal, wie bei so vielen – eigentlich in der Hauptsache Schülerinnen und Schüler betreffende Entscheidungen, auch in der aktuellen Corona-Krise über unsere Köpfe hinweg entschieden.

Selbstverständlich sind wir nicht die Virologinnen und Virologen, aber wir sind diejenigen, die von den Schulschließungen betroffen sind, die in der aktuellen Situation ihre Abiturprüfungen schreiben

oder zu Hause lernen sollen.

Deshalb ist es uns, als LandesSchüler*innenVertretung von Berlin, ein wichtiges Anliegen, den Standpunkt der Schülerinnen und Schüler einzubringen und fordern, dass jede uns betreffende Entscheidung auch in unserem Interesse getroffen wird und nicht im Interesse einer abstrakten Verwertungslogik.

Denn natürlich geht die derzeitige Krise auch am Bildungssystem nicht spurlos vorüber.

Die Schulen wurden geschlossen, die Schüler sollen Zuhause lernen.

Doch nun regt sich wieder etwas in den Schulen:

Es kann ja auch nicht sein, dass die Abiturprüfungen am Ende noch ausfallen.

Das letzte Notabitur habe es zum Ende des Zweiten Weltkrieges gegeben, und es wäre falsch, jetzt darüber nachzudenken, ein Abitur ohne Prüfungen durchzuführen, so Sachsens Kultusminister Christian Piwarz von der CDU.

Wir von der LandesSchüler*innenVertretung von Berlin lehnen diese sogenannte Bildungspolitik ab. Sie zeigt ein weiteres Mal, ohne die finalen Prüfungen ist das Abitur auf dem Arbeitsmarkt nichts wert.

Dabei wird offensichtlich vergessen oder ignoriert,

… dass wir Schülerinnen und Schüler nicht immun gegen das Virus und teilweise auch vorerkrankt sind und damit zur Risikogruppe gehören,
… dass wir Schülerinnen und Schüler Familienmitglieder aus Risikogruppen haben, die wir leicht in Gefahr bringen,
… dass wir Schülerinnen und Schüler Bildung brauchen, wollen und auch ein Recht darauf haben,
…dass wir auf unser Leben nach der Schule gut vorbereitet werden müssen,
… dass es nicht nur um Unternehmen und deren Insolvenz geht, sondern um uns, unsere Zukunft und unsere Pläne, die alle auf dem Spiel stehen,
… dass wir Planungssicherheit brauchen, das heißt schnelle und transparente Entscheidungen,
… dass wir Schülerinnen und Schüler massiv unter der Isolation leiden und dringend die sozialen Kontakte brauchen,
… dass das „Homeschooling“ der letzten Wochen nicht tragbar ist. Es zeigt mangelnde digitale Infrastruktur, riesige soziale Ungleichheiten und fehlende Einführungen auf Seiten der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler.

So sorgt die aktuelle Isolation auch für eine Verschärfung von häuslicher Gewalt.

Um Schülerinnen und Schüler im Allgemeinen zu unterstützen und zielgerichtet gegen solche sozialen Probleme auf individueller Ebene vorzugehen, wird in den Schulen – nun stärker denn je –

mehr multiprofessionelles pädagogisches Personal benötigt, wie z. B. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und Psychologinnen und Psychologen.

Das Ausweichen auf “virtuelle Klassenräume” und “E-Learning” offenbart die Probleme, die mit dieser angeblich revolutionär-neuen Unterrichtsweise verbunden sind. Es wird deutlich, dass “digitales Lernen” eben kein adäquater Ersatz für das ist, was im vermeintlich veralteten “klassischen” Unterricht in der Schule stattfindet, sondern im besten Fall eine sinnvolle Ergänzung hierzu darstellen kann.
Es kann eben nicht vorausgesetzt werden, dass jede Schülerin und jeder Schüler zu Hause einen ruhigen Arbeitsplatz mit Computer, schnellem Internetzugang und Drucker zur Verfügung hat, sowie Eltern, die ihre Kinder inhaltlich unterstützen können.

Zudem hat sich gezeigt, dass die bisher eingesetzten Plattformen wie Moodle sowie die informationstechnologische Infrastruktur des Bildungssystems kollabieren, wenn tatsächlich mal mehrere Klassen oder gar Jahrgangsstufen gleichzeitig versuchen, in die “virtuellen Klassenzimmer” zu gelangen.

Die alltägliche Erfahrung aus dem “digitalen Unterricht” (Das kennen wir doch alle: “Der Beamer / das WLan / der Zugriff auf das Video funktioniert nicht.”) wird quasi potenziert.

Es zeigt sich, dass die jahrzehntelange Sparpolitik im Bereich des Bildungswesens im Fall einer Krise mindestens zu einer noch deutlicheren Überforderung und Überlastung führt, wenn nicht zum Kollaps.

Die wichtigste Forderung LandesSchüler*innenVertretung von Berlin aber ist, dass Schülerinnen und Schüler die individuelle Wahlmöglichkeit zwischen dem Ablegen einer Prüfung und einem Abschluss basierend auf den bisherigen Leistungen gegeben wird.

Dabei müssen in jedem Fall die Versetzung und der Abschluss der Schülerinnen und Schüler gesichert sein.

Keine und Keiner darf einen Nachteil aus dieser Situation erfahren.

Die Tatsache, dass durch die Corona-Krise viel Unterricht ausgefallen ist, bereitet allen Schülerinnen und Schülern Probleme.

Auch Schülerinnen und Schüler, die in diesem Schuljahr keinen Abschluss erwerben wollen,

sind direkt betroffen und stehen nun Problemen gegenüber.

Denn der für die Abschlüsse relevante Stoff wird den Schülerinnen und Schülern natürlich über Jahre hinweg vermittelt und darüber hinaus bauen viele Inhalte aufeinander auf.

Ein Nachholen zu dem Zeitpunkt, an dem die Schulen wieder komplett offen sein werden, wird sich schwierig gestalten, denn die Lehrpläne sind ohnehin schon voll genug und es gibt kaum Spielraum, wenn alle Themen behandelt werden sollen.

Und dabei haben wir noch gar nicht den Unterrichtsausfall angesprochen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die über E-Learning-Plattformen verbreiteten Erklärvideos und Aufgaben uns Schülerinnen und Schüler nur bedingt helfen. Diese “Alternative” zum Unterricht in der Schule darf auf keinen Fall die Zukunft sein. E-Learning ersetzt keine Lehrerinnen und Lehrer,

auch wenn sich kommerzielle Unternehmen wünschen, dass mehr E-Learning auf ihren Plattformen stattfindet. Dass diese Plattformen ihr Angebot aktuell kostenlos zur Verfügung stellen, ist lediglich ein Lockangebot, das darauf zielt, in Zukunft eine möglichst starke Marktposition zu erlangen und von dieser zu profitieren.

Was auf den ersten Blick wie ein großzügiges Angebot wirkt, ist tatsächlich ein weiterer Schritt zur Privatisierung und Gewinnorientierung der Bildungsinfrastruktur.

Zum Arbeiten auf E-Learning Plattformen oder mit Hilfe von Emails bedarf es mehr als nur eines Smartphones, da man mit diesem nicht lernen kann. Viele Plattformen sind aufwendig gestaltet,

was beim Laden der Seiten zu riesigen Datenmengen führt, oder ziemlich oft gar nicht funktioniert.

Nicht jede Schülerin und jeder Schüler hat ein Tablet, einen Laptop oder eigenen Computer.

Dies erschwert die ganze Situation um ein Vielfaches. Denn es ist nicht möglich, das Lehrmaterial, das zur Verfügung gestellt wird, ohne entsprechend leistungsstarkes Endgerät wahrzunehmen.

Schülerinnen und Schüler mögen zwar eines der genannten Geräte im Haushalt haben, aber oft brauchen die Eltern diese zur Zeit selbst für das Arbeiten im HomeOffice.

Und dann gibt es ja auch viele Familien, in denen nicht einmal genug Geld für die aktuellen Bücher da ist, geschweige denn für einen Computer, geschweige denn für ein ausreichend schnelles Internt!

Da muss es sehr viel mehr Förderungen geben, was wir als LandesSchüler*innenVertretung seit vielen Jahren fordern.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin hat sich für ein Anerkennungs-Abitur ausgesprochen.

Dies unterstützen wir voll und ganz, da es für die aktuelle Lage die einzig solidarische und sinnvolle Lösung wäre.
Die LandesSchüler*innenVertretung von Berlin fordert die Abschaffung der Abiturklausuren

und will diese durch ein System ersetzen, in dem die Abiturgesamtnote gänzlich aus den erbrachten Leistungen der Oberstufe errechnet wird.

Dieses System würde den Schülerinnen und Schülern den, derzeit an einem Tag zu erbringenden,

Leistungsdruck nehmen und ließe die Schülerinnen und Schüler somit stressfreier, konzentrierter und konstanter lernen.

Ein generelles Abschaffen von Noten würde diesen Effekt verstärken und wäre langfristig natürlich die beste Lösung. Es wird Zeit, sich endlich von einem Benotungssystem zu verabschieden, dessen mangelnde Aussagekraft und Vergleichbarkeit seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht und belegt ist.

Es sollen endlich alternative Möglichkeiten der Bewertung der Leistungen von Schülerinnen und Schülern etabliert werden, die den Fokus nicht auf das Abfragen standardisierter “Kompetenzen” legen, sondern auf die individuelle Entwicklung jedes einzelnen!

Aufruf:

Schülerinnen und Schüler wehrt euch!

Zeigt euren Widerstand gegen diese Bildungspolitik auf den Straßen!

Seid kreativ und organisiert eure Bildung selbst!

Redebeitrag vor Showroom der Bundeswehr

Unser Redebeitrag den wir am 08. Februar 2016 auf der Veranstaltung „Kein Werben für das Sterben!“ in Berlin gehalten haben.

In unserer Gesellschaft ist militärisches in vielen Formen präsent.
Auf der einen Seite gibt es immer mehr Firmen, die dem militärisch-industriellen Komplex zuarbeiten oder sogar zu ihm gehören. Wir kennen diese eher als Hersteller von Straßenbahnen, Autos, Gitarrenverstärkern, Chipsätzen für Computer, Kühlschränken und vieles andere mehr.
Auf der anderen Seite ist die Armee der BRD präsent wie nie zuvor. Sei es durch öffentliche Gelöbnisse, Jugendmessen, die Plakate oder die ungefragt an die Schulen geschickten Schreibhefte.
Als ob das nicht schon zu viel ist, kommen auch noch sogenannte Jugendoffiziere und Karriereberater in die Schulen, um den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass der internationale Terrorismus eine direkte Bedrohung für unsere Sicherheit darstellt.

Im Unterricht, an dem wir teilnehmen müssen, erklären uns dann diese selbsternannten Experten, die Jugendoffiziere, wie wichtig es ist in Syrien Krieg zu führen, in Mali angebliche Piraten auf fremdem Territorium zu verfolgen, in Afghanistan Handelsrouten zu bewachen, für Andere in Deutschland neuartige Atombomben zu lagern… Und dafür wirst auch du gebraucht, beim ganz normalen Arbeitgeber Bundeswehr.

Manchmal kommen auch Karriereberater in die Schulen. An deren Veranstaltungen müssen wir nicht teilnehmen, auch wenn sie gerade wegen uns kommen, uns zu verführen bei der tollen Truppe mitzumachen. Als sei das Töten ein Handwerk wie das Brotbacken.
Allein im Jahr 2014 haben diese Karriereberater 8.100 Vorträge vor fast 140.000 Schülerinnen und Schülern gehalten. Dazu kommen noch 3200 Vorträge, die von Jugendoffizieren in Schulen gehalten wurden. Dafür wurden insgesamt fast 30 Millionen Euro ausgegeben.
Geld, das dringender in den Schulen gebraucht wird, für mehr Pädagoginnen und Pädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, eine bessere Bausubstanz, Ausstattung und Arbeitsmaterialien.

Oft wird bei diesen Besuchen verhindert, dass eine Gegenmeinung dargestellt werden kann.
Oft können sich die Jugendlichen nicht ungelenkt eine eigene Meinung bilden.
Oft sind diese Veranstaltungen nicht ihrem Entwicklungsstand entsprechend.
Das aber schreibt der Beutelsbacher Konsens vor.
Aber was ist schon der Beutelsbacher Konsens gegen den Krieg, der geführt wird um Ressourcen und Kapitalmaximierung.
Was ist schon freie emanzipative Bildung gegen den Profit der Rüstungsindustrie.
Was ist schon das Recht der Schülerinnen und Schüler auf Unversehrtheit gegen den waffenstarrenden Versuch der Neuaufteilung der Welt.

Immer neue vom Westen angezettelte Kriege lassen die Anzahl der Flüchtlinge explodieren.
Die Verelendeten und Entrechteten rütteln an den Toren der imperialistischen Staaten und klagen zu Recht an, dass diese Staaten ihre Heimatländer verwüstet und sie hierher getrieben haben.

Deshalb gilt es die Verantwortlichen beim Namen zu nennen und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Denn sie behaupten, dass sie in unserem Namen handeln.
Machen wir allen klar, dass sie sich selbst ermächtigt haben und wir ihr Treiben nicht hinnehmen. Für eine gerechtere Welt müssen wir aktiv sein!

Deshalb rufen wir auf:
Lasst es nicht zu, dass Vertreter von Militär und Geheimdiensten eure Schulen besuchen, dass eure Mitschülerinnen und Mitschüler auf Einladungen in Kasernen oder andere Lockangebote hereinfallen. Denn es geht immer darum euch für das Töten zu werben, egal welche Geschichten sie euch erzählen.
Schließt euch zusammen und wehrt euch gemeinsam gegen die Militarisierung der Schulen. Macht auch eure Schule zur militärfreien Zone!

Wir, die in der LandesSchüler*innenVertretung von Berlin aktiven Schülerinnen und Schüler, lassen uns nicht blenden – denn Kriege beginnen genau hier.
Solange Profite und unbegrenztes Wachstum das gesellschaftliche Handeln bestimmen werden Kriege weiterhin geführt werden. Erst eine befreite, solidarische Gesellschaft die sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet kann diesen Zustand auflösen!

Was sind schon Tausend Kameraden gegen einen echten Freund?

Neue Telefonnummer

030 22 35 88 47

Wir sind natürlich auch weiterhin per Mail erreichbar:
briefkasten@lsv-berlin.de